Vom Manuskript zum Verlag

Im Februar 2015 war es also vollbracht. Ich hatte 365 Seiten von meinem Romanprojekt „Nummer 365 – Die Lichtbringer“ vor mir liegen.

(Um genau zu sein, hatte ich sie natürlich zu diesem Zeitpunkt noch auf meinem Laptop.)

Wie es dazu kam könnt ihr in Von der Idee zum Manuskript nachlesen.

 

Was nun?

 

Ich hatte mich inzwischen informiert und wusste, es war unheimlich schwierig bei einem guten Verlag unterzukommen. In dieser Rohfassung, das war mir klar, hatte ich mit dem Manuskript keine Chance. Also musste ich daran etwas ändern und so setzte ich mich erst mal an die Überarbeitung. Es sollte die erste von insgesamt bisher sechs großen Überarbeitungsphasen werden, die nochmal in kleinere Schitte unterteilt sind.

Zeitgleich ließ ich einige ausgewählte Personen lesen, was ich da im letzten Jahr geschrieben hatte.
Das half mir in zweifacher Weise. Erstens bekam ich ein erstes Feedback zur Geschichte und zweitens wurden meine abertausend Rechtschreibfehler schon auf ein erträgliches Maß reduziert. Ohne diese Hilfe wäre ich als Legasthenikerin aufgeschmissen gewesen, denn auch jedes noch so gute Rechtschreibprogramm kann nur einen Teil meiner Fehler finden.

 

Immer wieder überarbeitete ich im Frühjahr 2015 das Manuskript mit Hilfe der Rückmeldungen. Solange bis ich mich traute die Version 4.0 an „richtigen“ Testlesern zu geben. Ich wählte eine Mischung aus alt und jung, männlich und weiblich und bat sie die Geschichte kritisch zu lesen und anschließend meinen Feedbackbogen auszufüllen.
Nach diesen Rückmeldungen überarbeitete ich das Manuskript erneut mehrfach in der 5. Überarbeitungsrunde.

Erst dann war ich bereit es an Verlage zu schicken. Ich hatte beschlossen keine Agenturen anzuschreiben, anders als es oft empfohlen wird. Der Grund dafür ist, dass ich der Meinung bin, dass ein Neuling bei Agenturen genauso schwer einen Fuß in die Tür bekommt wie bei Verlagen.

Mein Plan sah so aus: Ich wollte zuerst die „großen“ Verlage abklappern und mich anschließend zu kleineren vorarbeiten, bei denen ich eher Chancen sah. Also erstelle ich mir eine Verlagsliste, in die ich alle seriösen Verlage aufnahm, die ich finden konnte. Bevor ich jedoch beginnen konnte, die Liste abzuarbeiten brauchte ich jetzt ein gutes Exposé. Das zu schreiben kostete mich viel Zeit und Nerven. Doch schließlich war auch das geschafft und ich schickte mein Exposé auf die Reise.

 

Während ich den Herbst und den Winter über von den wenigen Publikumsverlagen, die überhaupt antworteten, Standardabsagen bekam, arbeitete ich an neuen Projekten. Das Warten und die Absagen war zwar frustrierend, aber ich ließ mich nicht entmutigen, denn ich hatte nichts anderes erwartet. Stattdessen versuche ich mich auf den Frühling zu freuen, wenn ich langsam bei den Verlagen angekommen sein würde, bei denen ich mir zumindest eine kleine Chance ausrechnete.

 

Doch dazu sollte es nicht kommen.

 

Denn Anfang des Jahres entschloss ich, endlich einmal die Leipziger Buchmesse zu besuchen. Dabei fiel mir ein Termin ins Auge: Ein Speeddating zwischen Autoren und Verlagen.

 

Kurzerhand bewarb ich mich für drei Datingtreffen und bekam diese auch. Ich unterbrach ich meine bisherige Arbeit und widmete mich erneut voller Eifer meinem Manuskript. Bis zur Buchmesse wollte ich nochmal das Beste herausholen und stürzte mich so in Überarbeitung, bis ich mit der bisher finalen Verion Nummer 6.2 zufrieden war. Außerdem musste ich mich auf die Treffen gut vorbereiten, denn jedes war nur 10 Minuten lang, in denen es mir gelingen musste, den Verlag von mir zu überzeugen.
Außerdem schrieb ich die Verlage einzeln an und fragte, ob sie bereits vorab mein Exposé lesen wollten, damit wir die gemeinsame Zeit optimal nutzen konnten.

 

Hier hatte ich zum ersten mal Kontakt zum Verlagshaus el Gato.
In einer sehr netten E-Mail schrieb man mir, dass sie das Exposé gerne gleich lesen würden. Kurz nachdem ich es verschickt hatte, kam sogar noch die Bitte das Gesamtmanuskript hinterher zu senden. Das tat ich natürlich gerne und so kannte der Verlag mein Manuskript schon recht gut, als wir uns schließlich endlich auf der Leipziger Buchmesse trafen. Das gab uns Gelegenheit direkt tiefer ins Gespräch einzutauchen. Das machte meine Vorbereitung zwar fast überflüssig, dafür konnten wir uns aber gleich über unsere Vorstellung einer guten Zusammenarbeit unterhalten.

Ticket Leipzig
Meine Fachbesuchereintrittskarte für die Messe
2016-08-05 15.12.34
Mein perfekt strukturierter Messeordner 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach Ende der Messe begann das Warten erneut, diesmal auf die Rückmeldung zu den Treffen.

 

Und dann kam sie: Die Nachricht, dass mein Manuskript gefällt und man sich vorstellen könne es zu veröffentlichen!
Ich war unendlich erleichtert. Es war also keine verrückte Spinnerei von mir, sondern sollte tatsächlich Wirklichkeit werden. Es würde ein Roman erscheinen, den ich geschrieben hatte!

 

Doch auch hier endet die Geschichte natürlich noch nicht. Es musste ein Vertrag geschlossen und Marketing aufgebaut werden. Später folgt noch das Lektorat und die Auswahl des Covers und vieles mehr.
Denn bis zur Veröffentlichung ist es noch ein weiter Weg.

 

Natürlich halte ich euch darüber hier auf dem laufend.

 

Eure Sabrina

 

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