Wie entsteht ein Krimidinner? – Teil 2

In meiner Blogreihe „Wie entsteht ein Krimidinner?“ erkläre ich euch in einzelnen Schritten, wie ich meine Krimidinner schreibe. Den Anfang, in dem es um die Auswahl des Falles geht, von dem das Dinner handeln soll, findet ihr unter Wie entsteht ein Krimidinner? – Teil 1.

Heute geht es weiter mit folgenden Arbeitsschritten:

2. Recherche
3. Den Fall lösen
4. Charaktere erstellen

 

2. Recherche

Da ich ja Krimidinner schreibe, die auf realen Kriminalfällen beruhen, gehört natürlich viel Recherche zu meiner Vorbereitung. Habe ich mich für einen Fall entschieden, suche ich deshalb im zweiten Schritt alles, was ich dazu finde.

Diese Recherche erledige ich größtenteils im Internet, aber auch Filme und Bücher sind, falls vorhanden, eine gute Quelle. Ich schreibe mir alles zusammen, was ich wichtig finde und notiere mir bereits interessante Theorien, die ich zum Fall finde. Je verrückter sie sind desto so besser!
Auch über das Hintergrundsetting des Falles, also die Zeit und den Ort des Geschehens, versuche ich mich so gut es geht einzulesen. Denn ich möchte immer so authentisch wie möglich schreiben und die Atmosphäre der Zeit einfangen.

Zu Jack the Ripper gab es aber so viel Material, dass ich es unmöglich alles sichten konnte. Denn wie bei einem so legendären Fall zu erwarten gibt es tausende von Internetseiten, hunderte Bücher und zahlreiche Filme zu dem Thema. Deshalb habe ich mich hier hauptsächlich auf die vorhandenen Originaldokumente konzentriert, die auf einigen nützlichen Internetseiten zusammengetragenen wurden. Außerdem war ich in einigen Foren, in denen die Morde noch immer heiß diskutiert werden.

 

3. Den Fall lösen

Schon während der Recherche spinnt mein Kopf unaufhörlich Ideen. Mit Hilfe dieser, versuche ich nun das zu tun, was ich „den Fall lösen“ nenne. Ich überlege mir also, wie meine Lösung für den Fall aussieht. Dafür muss ich es schaffen, eine Reihe von Fragen zu beantworten.

Etwa:

Warum kam es zu dem Verbrechen?

Was ist nacheinander passiert?

Wie kann ich die merkwürdigen Spuren am Tatort erklären?

Was ist das Motiv des Täters?

Dabei versuche ich immer möglichst viel möglichst logisch zu erklären und dennoch andere Lösungen zu liefern als die, die es bisher gab. Ich bemühe mich die historischen Tatsachen neu miteinander zu verknüpfen und Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, über die bisher noch nicht nachgedacht wurde. Dafür ist eine Menge Phantasie erforderlich.
Natürlich erhebe ich keinen Anspruch auf die Richtigkeit meiner Lösung.
Im Gegenteil, sollte sie tatsächlich zutreffen, würde es mich schon sehr wundern. Denn ich versuche nicht die wahrscheinlichste, sondern eine kreative Antwort zu finden.
Wichtig ist mir aber, dass der Spieler nach der Auflösung das Gefühl hat: Ja, so hätte es vielleicht auch sein können.
Es muss also trotz aller Phantasie immer Sinn machen, wie ich den Fall erkläre.

Dieser Schritt mach zwar großen Spaß, ist aber auch mit einer Menge Arbeit verbunden und ist deshalb ziemlich zeitaufwendig und anstrengend.

 

4. Charaktere erstellen

Dafür kommt direkt danach mein Lieblingsschritt. Endlich kann ich die Charaktere entwerfen.

Zunächst mal ist natürlich der Täter wichtig. Warum hat er die Tat begangen? Wie hat er es gemacht? Und wie hat er es geschafft, bisher nicht gefasst zu werden?
Bei einem guten Krimidinner ist aber nicht nur der Täter wichtig.
Jeder Charakter muss irgendwie in den Fall verstrickt sein, oder braucht andere Geheimnisse die ihn interessant machen.

Bei den realen Fällen habe ich hierbei einen großen Vorteil: Es gibt meist schon eine große Anzahl an Verdächtigen oder Personen, die anderweitig in den Fall verwickelt sind. Hier wähle ich die aus, die ich am interessantesten finde und die ich gut in die Geschichte einflechten kann.
So haben die meisten spielbaren Charaktere in meinen Krimidinnern ein historisches Vorbild. Bei meinem Krimidinner Jack the Ripper gibt es etwa nur eine Person, die in den Originalunterlagen nicht erwähnt wird.

Habe ich alle Personen gefunden, die ich einbauen möchte, beginne ich mir Notizen zu machen. Stück für Stück entwickle ich für jeden Charakter eine Geschichte.
Selbstverständlich denke ich mir hierbei das meiste aus. Das muss ich alleine schon deshalb, weil über die meisten dieser historischen Personen nicht viel mehr als ein paar Polizeinotizen vorhanden sind. Die realen Fakten geben mir also den Rahmen vor in dessen Innerem ich meine Charaktere ausbaue.

Nach diesen Schritten steht das grobe Gerüst des Falles. Jetzt geht es an die Ausarbeitung. Darüber erfahrt in dann mehr im nächsten Teil.

 

Ich hoffe, dieser Einblick war wieder spannend für euch und ihr hattet Spaß beim Lesen.

 

Eure Sabrina

 

 

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