Jetzt sind wir dran! Strudel und Simon plaudern über ihre Autorin – Teil 3

Nach Teil eins zu ‚Persönliches‘ und Teil zwei zu ‚Situation‘ beschäftigen sich die letzten 10 Fragen meiner #OktoberGeheimnisse Interview-Reihe heute mit dem Thema: Wünsche und Gegebenheiten.

Die Interviewfragen haben sich meine lieben Autorenkolleginnen Gabi Büttner und Silvia Nagels zusammen mit dem Autoren_Netzwerk ausgedacht.

Anders als bei einem normalen Interview komme hier nicht ich, sondern meine Figuren zu Wort!

Konkret mein Protagonist Strudel, aus Nummer 365 – Die Lichtbringer und Simon, der wie ein älterer Bruder für Strudel ist.

 

Dann wollen wir mal!

 

21. Wie zufrieden bist du mit deiner Rolle?

Strudel streicht nachdenklich über die Narbe in seiner Handfläche: „Daran stört mich viel. Alleine schon, das ich die Hauptperson der Geschichte bin. Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt.“ Strudel schweigt ein paar Sekunden. „Und oft bin ich nur Zuschauer. Ich sehe schrecklich Dinge. Kann sie aber nicht verhindern.“

Simons Stimme klingt sanft: „Es ist nicht deine Schuld, Strudel. Keiner von uns hat sich seine Rolle ausgesucht. Meine Rolle zum Beispiel ist die des großen Bruders, des Beschützers, des Anführers. Das bedeutet unheimlich viel Verantwortung. Ich versuche sie zu tragen. Versuche ihr gerecht zu werden, so gut ich kann.“ Simon spricht jetzt leise. „Aber es ist unheimlich schwer.“

 

22. Ist dein Umfeld so, wie du es dir vorgestellt hast?

Strudel: „Mein Umfeld besteht aus Krieg und Tod. Das mag ich überhaupt nicht. Das einzig Gute daran sind meine Freunde.“

Simon: „Ich könnte mir auch weit bessere Dinge vorstellen als unter Soldaten aufzuwachsen. Den meisten Erwachsenen hier vertraue ich nicht. Die Rekruten aus Strudels Generation sind noch Kinder, trotzdem sind einige unheimlich gefährlich. Wir müssen ständig auf der Hut sein. Müssen ums Überleben kämpfen.“ Simon hält kurz inne. „Ich weiß nicht, ob Ihnen das klar ist: In unserem Umfeld herrscht Gewalt. Ich möchte sie nicht einsetzen, doch als Soldat bin ich dazu gezwungen um zu überleben. Und das droht mich zu zerbrechen.“

Strudel schaut erstaunt zu Simon: „Ich weiß genau was du meinst.“ Er ballt die Hände zu Fäusten. „Bei meinem brutalen Onkel … hab ich gelernt Gewalt zu hassen. Und jetzt habe ich manchmal das Gefühl wie er zu werden.“

 

23. Wenn du dir etwas von deiner Autorin wünschen könntest, was wäre das?

Strudel: „Frieden. Ich will ohne Gewalt leben und ohne Albträume schlafen können.“

Simon: „Das Leben, das wir führen, ist einfach nicht fair. Deshalb wünsche ich mir Gerechtigkeit. Die Armee der Lichtbringer muss zur Rechenschaft gezogen werden, für das was sie uns angetan hat.“

 

24. Verweigert dir deine Autorin etwas, das du gerne einmal tun würdest?

Strudel nickt: „Die Akademie verlassen. Mit meinem Trupp. Wenigstens kurz. Ein schöner Tag. Ohne Angst, Schmerz und Tod.“

Simon lächelt: „Wir könnten einfach mal ausschlafen, uns dann einen ruhigen Platz suchen und die Zeit genießen. Sie…“ Er nickt zu Strudel. „… könnten mal einen Tag lang das sein, was sie sind: Kinder.“

 

25. Wenn dein Buch verfilmt würde, welche Schauspieler würde deine Autorin auswählen? Verlangst du ein Mitspracherecht bei der Auswahl?

Simon: „Besser wäre wir hätten ein Mitspracherecht. Unsere Autorin hat nämlich nicht die leiseste Ahnung von Schauspielern.“

Strudel runzelt die Stirn: „Ich auch nicht.“

Simon lacht: „Großartige Voraussetzungen also. Vielleicht sollten wir das dann doch besser Experten überlassen.“

Strudel: „Oder wir losen es aus.“

 

26. Wie würde sich deine Autorin in der Wüste, oder im Packeis schlagen?

Strudel: „Sie würde an beiden Orten nicht lange überleben.“

Simon: „Na ja, immerhin hat sie grundlegendes Wissen über das Überleben in der Natur. Vielleicht würde sie ein paar Tage durchhalten.“

Strudel zieht skeptisch die Augenbrauen nach oben: „Sie friert super schnell und bekommt ebenso leicht Sonnenbrand.“

Simon: „Okay, du hast recht. In einem Wald hätte die vielleicht Chancen. Für Wüste und Eis ist sie echt nicht gemacht.“

 

27. Wer diktiert den Schreibrythmus? Du oder deine Autorin?

Strudel: „Wir beide. Ich habe ja schon mal gesagt, das ich sie manchmal nicht weiterschreiben lassen. Andererseits behauptet sie dann wieder, dass sie noch andere Dinge zu tun hat und schreibt nicht weiter. Was kann das schon Wichtiges sein?“

Simon: „Arbeit, Familie, Freunde, Haustiere, Hausarbeit, Hobbys…“

Strudel: „Tatsächlich? So viel macht sie noch nebenbei?“

Simon: „Ja.“

Strudel: „Na gut, dann verstehe ich das.“

 

28. Ist deine Autorin ein Werbemuffel, oder hat sie es drauf?

Strudel: „Ich glaube, weder noch.“

Simon: „Den Eindruck habe ich auch. Sie strengt sich schon an mit der Werbung. Aber ich glaube, sie würde es gerne noch viel besser können. Vor allem fällt es ihr schwer auf fremde Leute zuzugehen. Das ist nicht besonders hilfreich.“

Strudel: „Aber das verstehe ich. Geht mir auch so“

Simon: „Wo du diesen Charakterzug wohl her hast ….“

 

29. Glaubst du, deine Autorin würde sich zu einem anderen Genre überreden lassen?

Strudel: „Sie spricht manchmal darüber, dass sie sich auch ein Buch vorstellen könnte, das in der Vergangenheit spielt.“

Simon: „Wenn sie mit unserer Geschichte fertig ist, kann sie sich gerne mal einen neuen Wirkungskreis suchen.“

Strudel: „Sie hat aber auch noch ein paar Ideen für die Zukunft.“

Simon: „Egal wo, ich wünsche ihren nächsten Figuren viel Glück. Sie werden es brauchen.“

 

30. Was würde sich deine Autorin wünschen, wenn ihr eine gute Fee drei Wünsche verspricht?

Strudel: „Es gibt keine Feen und Wünsche gehen nicht in Erfüllung, nur weil man es gerne so hätte.“

Simon: „Das ist ja auch nur eine hypothetische Frage.“

Strudel: „Ich verstehe den Sinn nicht.“

Simon: „Soll ich die Frage beantworten?“

Strudel nickt.

Simon: „Ich glaube das erste wäre ein glückliches Leben für all die Menschen, die ihr wichtig sind. Eine Welt, in der die Menschen respektvoll und friedlich miteinander umgehen. Und die Fähigkeit die Zeit beliebig zu dehnen, damit sie all den Dingen, die sie gerne tut, die Zeit einräumen kann, die sie verdienen.“

 

31. Was wolltest du deiner Autorin schon immer mal sagen? Was glaubst du, würde sie dir gerne sagen?

Simon: „Ich glaube das meiste weiß sie schon. Ich würde alles dafür geben ihnen…“ Er nickt in Strudels Richtung. „… ein anderes Leben zu schenken. Soll sie mit mir machen, was sie will.“

Strudel: „Ich würde mich gerne bedanken.“

Simon schaut verblüfft zu Strudel.

Strudel: „Dafür, dass sie mir meine Freunde geschenkt hat.“ Er lächelt Simon zu. „Ohne euch wäre ich alleine in der Dunkelheit.“

 

 

 

 

 

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